DBA Luxemburg / Homeoffice

Homeoffice – Etwaige Auswirkungen auf das Steuerrecht in Luxemburg?

 Der große Unterschied zwischen den Steuer- und den Sozialrecht ist, dass das Steuerrecht auf Basis eines Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) zwischen zwei Ländern aufgeteilt werden kann. Luxemburg hat mit jedem seiner Nachbarländer (Belgien, Deutschland und Frankreich) ein DBA.

Deutschland

AKTUELLE SITUATION BEDINGT DURCH CORONA

Die, den Grenzgängern im Rahmen der COVID-19-Krise auferlegten Home-office stellen einen Fall höherer Gewalt dar und sind bei der Berechnung der Toleranzschwelle nicht zu berücksichtigen.

Für die deutschen Grenzgänger gilt die Ausnahmeregelung ab dem 11. März 2020. Die Verständigungsvereinbarung verlängert sich nach dem 30. April 2020 automatisch vom Ende eines Kalendermonats zum Ende des nächsten Kalendermonats, sofern sie nicht von der zuständigen Behörde eines der Vertragsstaaten mindestens eine Woche vor Beginn des jeweils folgenden Kalendermonats durch schriftliche Erklärung an die zuständige Behörde des anderen Vertragsstaats gekündigt wird. 

Die ursprüngliche Vereinbarung zwischen Luxemburg und Belgien, gültig ab dem 11. März 2020, ist bis zum 31. Dezember 2020 verlängert worden.

Die Vereinbarung zwischen Luxemburg und Frankreich trat erstmals am 14. März 2020 in Kraft. Am 24. August 2020 hat der luxemburgische Finanzminister die offizielle Bestätigung des französichen Finanzministers erhalten, dass das bilaterale Steuerabkommen über Homeoffice im Rahmen des Kampfes gegen die Verbreitung von Corona 19 bis zum 31. Dezember 2020 in Kraft bleibt.

ALLGEMEIN

Der deutsche Grenzgänger muss bei steuerlichen Fragen das DBA- Verständigungsvereinbarung zwischen Deutschland und Luxemburg vom 26. Mai 2011 zu Rate ziehen.

  • Freigrenze von 19 Arbeitstagen pro Kalenderjahr

Dies bedeutet, dass bei Tätigkeit außerhalb Luxemburgs bis zu 19 Tagen einschließlich der Wohnsitzstaat kein Besteuerungsrecht hat. Wird die Bagatellgrenze aber überschritten, hat der Wohnsitzstaat das Besteuerungsrecht ab dem 1. Tag, d.h. für alle Tage der Beschäftigung außerhalb Luxemburgs.

  • Überschreitung der Bagatellgrenze

Der auf den Urlaub entfallende Arbeitslohn sowie aber natürlich auch andere Gehaltsformen (Bonus, …) wird entsprechend dem Verhältnis der Arbeitstage in bzw. außerhalb von Luxemburg aufgeteilt. 

Das Besteuerungsrecht für Kranken- und Mutterschaftsgeld aus Luxemburg hat Luxemburg, auch bei Überschreitung der Bagatellgrenze. Daher ist es wichtig, auf der Lohnsteuerbescheinigung die einzelnen Lohnarten auszuweisen.

Der in Deutschland zu besteuernde Arbeitslohnanteil ist nach deutschem Steuerrecht zu ermitteln, während der luxemburgische Arbeitgeber in der Regel die luxemburgischen Gesetze anwendet. So ist z.B. in Luxemburg der Arbeitnehmerbeitrag zur Sozialversicherung steuerfrei, während dieser in Deutschland zum steuerpflichtigen Bruttolohn gehört. Alleine hierdurch ergeben sich bereits beachtliche Differenzen. Aus unseren Erfahrungswerten, hat es sich als sinnvoll herausgestellt, daher beide Einkommensteuererklärungen parallel zu erstellen und zudem noch einen Nachweis der Arbeitstage zu führen.