Die luxemburgische Lohnsteuerkarte wird digital?

Änderungen für den Arbeitnehmer

Bereits seit dem 31.05.2021 besteht für den Arbeitnehmer die Möglichkeit, die Lohnsteuerkarte mittels der Plattform MyGuichet.lu als PDF zu erhalten und runterzuladen. Zur Nutzung eines Kontos bei  der o. a. Plattform bedarf es eines Zertifikates (Luxtrust).  Ab dem 01.01.2022 erhalten die Arbeitnehmer ihre mehrjährige Lohnsteuerkarte und müssen weiterhin die Eintragungen als Ihre Richtigkeit überprüfen. Die Verpflichtung zur Abgabe der Lohnsteuerkarte an den Arbeitgeber in Papierform entfällt.

Für Arbeitnehmer, die einen Steuersatz auf Ihrer Lohnsteuerkarte eingetragen haben, gilt es, diesen Steuersatz regelmäßig (mindestens einmal zu Anfang des Steuerjahres) zu prüfen. Gerade bei Veränderung (z. B. in der Lebenssituation, im Arbeitsvertrag, etc.) kann eine Anpassung des Steuersatzes notwendig sein. 

Änderung für den Arbeitgeber

Seit dem o. a. Zeitpunkt wird dem Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte mittels der Plattform MyGuichet.lu zur Verfügung gestellt. In einer Übergangsphase können Arbeitgeber Ihre Lohnbuchhaltung auf diese Umstellung vorbereiten.

Ab dem 01.01.2022 ist der Arbeitgeber verpflichtet, unter Androhung einer Geldstrafe, die Daten der Lohnsteuerkarten monatlich elektronisch einzulesen. Wir raten unseren Mandanten, uns eine Vollmacht zu erteilen. Im Rahmen der Lohnbuchhaltung ist es gängige Praxis, die Lohnsteuerkarten zu erfragen. 

Die Einführung der digitalen Lohnsteuerkarte (PDF oder XML Format) können wir nur befürworten, da der Arbeitgeber bei fehlender Lohnsteuerkarte den höchstmöglichen Steuersatz (aktuell 33 %) anwenden muss. Erfolgt die Anwendung nicht, muss er nach einer Lohnsteuerprüfung die zu wenig abgeführte Lohnsteuer nachzahlen.

Wir erlauben uns anzumerken, dass die Lohnsteuerprüfung allgemein hin nur alle zwei bis drei Jahre erfolgt. Somit ist es wichtig, das Lohnbuch und alle relevanten Unterlagen (z. B. den Jahresabschluss) sorgfältig in Ihren Akten abzuheften.