Existenzgründung

Die Entscheidung sich in die Selbstständigkeit zu begeben, sollte erst nach einer eingehenden Beratung erfolgen. Als Freiberufler, unabhängig von der Rechtsform, ist es erforderlich sich über die Verpflichtungen, die eine sollte Tätigkeit mit sich bringt zu informieren.

Legale Verpflichtungen

Die Art der Tätigkeit ist ausschlaggebend, um festzustellen, ob und bei welcher Behörde, eine etwaige Niederlassungsgenehmigung zu erfragen ist. 
Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob die Tätigkeit überhaupt einer Genehmigung bedarf. Für diesen Fall muss dann ein Antrag bei der Behörde gestellt werden. Für Gewerbetreibende ist das Wirtschaftsministerium zuständig. 

Damit die Bearbeitung, genauer gesagt der Erhalt der Niederlassungsgenehmigung zeitnah erfolgen kann, ist es umso wichtiger hier auf die Vollständigkeit des Antrages zu arten. Gerne erledigen wir Ihnen hier bei der Antragsstellung in Ihrem Namen.

Steuerliche Verpflichtungen

FINANZAMT

Als Freiberufler ist es abhängig von der Rechtsform, welche Steuerverpflichtungen auf den Einzelnen zukommen.

Einzelunternehmen

Als Privatperson werden die Einkünfte aus der Selbstständigkeit auf Basis einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt und im Rahmen der privaten Einkommensteuererklärung angegeben. Bei der Gewerbesteuer kommt ein Freibetrag in Höhe von 40.000,00 € zur Anwendung. Nach Erstellung des Steuerbescheides meldet die Finanzverwaltung der Sozialversicherung die Einkünfte zwecks Neuberechnung der Sozialbeiträge des entsprechenden Jahres.

Hier ist es wichtig festzuhalten, dass alle Aus- und Einnahmen nach dem Abfluss- und Zuflussprinzip zu erfassen sind. Alle Gewerbetreibenden, Land- und Forstwirte sowie die Inhaber eines freien Berufs müssen gemäß dem Steuerreformgesetz 2017 eine ordnungsgemäße doppelte Buchführung anwenden und jedes Jahr eine Bilanz erstellen, eine vollständige Bilanz, wenn sie einen Umsatz von 100.000,00 € überschreiten.
(Quelle Rundschreiben der Finanzverwaltung)

Unternehmen

Wird die freiberufliche Tätigkeit im Rahmen eines Unternehmens ausgeübt, spricht man von einem freiberuflichen Angestellten.
Der Freiberufler bezieht ein im Vorfeld festgelegtes Jahresgehalt. Hier wird die laut Lohnsteuerkarte ermittelte Lohnsteuer an das Finanzamt gezahlt.

Die Einkünfte unterliegen der Körperschafts- und Gewerbesteuer. Bei der Gewerbesteuer kommt ein Freibetrag in Höhe von 17.500,00 € zur Anwendung. Des Weiteren ist eine Vermögensteuer von mindestens 535,00 € zu zahlen.

MWST VERWALTUNG

Die Mehrwertsteuer ist abhängig von der Tätigkeit, die ausgeübt wird und ob diese der Mehrwertsteuer unterliegt. Dennoch ist zu prüfen, ob eine Verpflichtung besteht.
Grundsätzlich muss hier unterschieden werden, ob die Tätigkeit mehrwertsteuerfrei ist oder ob eine Befreiung von der Mehrwertsteuer möglich ist. 

Hier ist der Umsatz das ausschlaggebende Kriterium, sprich der Jahresumsatz darf den von Gesetz festgelegten Betrag nicht überschreiten. Entgegen der allgemeinen Meinung ist dennoch einer Anmeldung notwendig, jedoch zwecks Beantragung der Kleinunternehmerregelung.

Soziale Verpflichtungen

In Luxemburg besteht die Möglichkeit in der Start-up Phase eine Befreiung von der Zahlung der Sozialbeiträge zu beantragen. Dies erfolgt z. B. wenn, die Selbstständigkeit im Rahmen einer Nebentätigkeit erfolgt.

Wichtig ist, dass eine grundlegende Voraussetzung für diese Befreiung nur möglich ist, wenn das erwirtschafte Jahreseinkommen unterhalb 1/3  des jährlichen Mindestlohnes liegt. Wird die Voraussetzung im Rahmen eines Steuerjahres überschritten, werden die Sozialbeiträge rückwirkend zum 01.01. des Steuerjahres fällig.

Leider kommt es in der Praxis öfter vor, dass Freiberufler dies nicht beachten, und dann nach Erstellung des Steuerbescheides neben der Steuerschuld auch noch die Sozialbeiträge rückwirkend nachzahlen müssen  sowie die Sozialbeiträge des laufenden Jahres.